Pressebericht Volksstimme: Möckern ruft die Einheitsgemeinde aus (13.01.2009)

erstellt am 13.01.2009

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Neun neue Ortsteile stellen sich bei Neujahrsempfang in der Stadthalle vor / Frank von Holly: Formale Anforderungen an die "EG" sind erfüllt
Möckern ruft die Einheitsgemeinde aus
Von Stephen Zechendorf

Beim diesjährigen Neujahrsempfang in der Möckeraner Stadthalle hatten am Sonntagnachmittag neun ehemalige Mitgliedsgemeinden der Verwaltungsgemeinschaft Möckern-Loburg-Fläming die Gelegenheit, sich mit einem kleinen Programm vorzustellen. Bis auf Rosian nutzten alle Orte die Gelegenheit, sich in Möckern als neuer Ortsteil einzubringen.

Möckern. Die jungen Herren vom Männerballett des Loburger Karnevalvereines waren die einzigen Loburger, die bei der Vorstellungsrunde neuer Ortschaften Luftsprünge machten. Ansonsten war es so ziemlich jedem Vertreter aller neuen Ortsteile mehr oder minder anzusehen, ob er sich tatsächlich gerne oder doch eher mangels Alternative bereits in der vom Land Sachsen-Anhalt proklamierten "freiwilligen" Phase der Stadt Möckern angeschlossen hat.

So konnte es sich auch der Wallwitzer Bürgermeister in seinen Ausführungen nicht verkneifen, was Grabungen ergeben hatten: "Als Wallwitz entstand, ist man in Möckern doch noch mit der Trommel durch den Wald gelaufen." Solche und ähnliche Spitzen – auch von anderen Ortsvertretern sorgten für zweierlei: Erstens, man lernte die Menschen, die da kommen, gleich so kennen, wie sie sind.

Zweitens wurde aus der Veranstaltung kein trockener Sektempfang. Das erhoffte lockere Fest mit dem Tanzen bis in die Nacht wurde allerdings auch nicht gefeiert. Sei es dem Termin auf einem Sonntag oder der nicht vorhandenen Feierstimmung geschuldet – die meisten verabschiedeten sich nach dem offiziellen Teil der Veranstaltung.

Apropos Tanzen. Die Ersten, die an diesem Tag tanzten, waren die Loburger Vertreter. In einer kurzen Rede bat der Loburger Bürgermeister Bernd Wünschmann einmal mehr alle Interessierten, sich seinen Ort mit seinen Vorzügen selbst anzuschauen. Mitglieder des Vereines "Loburger Weg" präsentierten in ihrer Festtagstracht gleich mehrere Tänze, darunter den Fläminger Nationaltanz "Annemarie" und machten den Möckeranern damit klar, dass ein gutes Stück Kulturpflege in die gewachsene Stadt mitgebracht wird. Die Funkenmariechen und das eingangs erwähnte Männerballett des Loburger Carnevalclubs legten danach eine heiße Sohle aufs Parkett.

Der Hobecker Bürgermeister Hans Ulrich Anders ließ sich zwar das Verwaltungszepter aus der Hand nehmen, keinesfalls aber die Krone, die er sich auf den Kopf gesetzt hatte. Er war es, der den Saal zum gemeinsamen Singen eines 20 Strophen umfassenden Liedes brachte, "damit hier mal Stimmung aufkommt!" Kernaussage des Reimwerkes: "Möckern ist ‘ne schöne Stadt, weiß nicht, was für Glück sie hat" – gefolgt vom Refrain "Juppheidi, Juppheida", gesungen vom spontan gebildeten Großmöckeraner Gemischten Chor ...

Gesicht nicht verloren

Wie schwer es einigen Ortsoberhäuptern fiel, die so lange verteidigte Selbstständigkeit für eine kaum überschaubare Flächengemeinde herzugeben, das zeigte die von Emotionalität getragene Rede von Erika Krüger, der Bürgermeisterin von Tryppehna. Ihre Reden seien sonst länger, stellte nachher auch Frank von Holly fest. Dennoch war die resolute Frau aus Tryppehna nicht auf den Mund gefallen: " Zwölf Gewerbe haben wir, aber keinen Bäcker oder Fleischer, sonst hätten wir alleine bleiben können", ärgerte sie sich.

Überhaupt – alle Ortsvertreter sorgten dafür, dass ihr Heimatort auch nach Aufgabe der Selbständigkeit sein Gesicht nicht verliert. Mit Ausnahme von Rosian. Die verliehen ihrer Gemeinde am Sonntag in Möckern gar kein Gesicht und überließen es Möckerns Bürgermeister Frank von Holly, die vier Vorzüge aufzuzählen: zwei Feuerwehren, zwei Kneipen, eine Turnhalle, ein Isterbies. Schade.

Möckerns Bürgermeister stellte auch den Ortsteil Möckern kurz vor und zählte die Reihenfolge der vollzogenen Eingemeindungen auf. Und er stellte fest, dass es die Einheitsgemeinde Möckern bereits jetzt gibt: "Wir feiern heute den 1. Neujahrsempfang anlässlich der Bildung der Einheitsgemeinde Stadt Möckern zum 1. Januar 2009", rief er den rund 300 Besuchern zu. Als Begründung nannte von Holly das Begleitgesetz zur Gemeindegebietsreform der Landesregierung. Derzufolge sollen "Einheitsgemeinden (EG) dadurch gebildet werden, dass bis zum 30. Juni 2009 benachbarte Gemeinden desselben Landkreises, die grundsätzlich derselben Verwaltungsgemeinschaft angehören, die Bildung einer Einheitsgemeinde bilden, die spätestens am 1. Januar 2010 entstehen soll. Diese EG sollen mindestens 10 000 Einwohner haben." Mit den neuen Orten zählt die Stadt derzeit 12 413 Einwohner.

Auch im bereits vorliegenden Zuwendungsbescheid der Landesregierung an die Stadt Möckern wird der Stadt mitgeteilt, dass die "Anforderungen an eine Einheitsgemeinde formal erfüllt sind".

Neue Qualität im Ort

Der 948 erstmals erwähnte Ort erfahre eine neue Qualität, so Frank von Holly. Auf dem Weg zur Einheitsgemeinde wurden nach Neueingliederungen benachbarter Orte zunächst zwei weitere Verwaltungsgemeinschaften (VG) gebildet. Erst 2005 die VG "Möckern-Fläming", dann am 1. Juli 2007 die VG Möckern-Loburg-Fläming.

Frank von Holly dankte allen Orten, die sich "getraut" haben, und den Räten, die das Solidaritätsprinzip über die eigenen Interessen gestellt hatten. Der Gemeinde Reesen, die lieber Burg heiraten will, wünschte er viel Glück und Erfolg und dankte für die Zusammenarbeit der vergangenen Jahre. Der CDU-Landtagsabgeordnete Markus Kurze nutzte sein Grußwort, um sich auch den neuen Orten vorzustellen. Er lobte das bisher Erreichte: "Sie können stolz auf das sein, was sie geschaffen hab
en."

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